Familienstellen mit Steinen - Naturheilpraxis Fünfrocken Neu-AnspachDie Familiensystemische Therapie wurde in Amerika von der Sozialarbeiterin Virginia Satir entwickelt und schließlich in Deutschland von Bert Hellinger weitergeführt. Mithilfe dieser Therapieform können innerfamiliäre Probleme aufgedeckt werden. Gemeinsam lassen sich Lösungsstrategien entwickeln, die dafür sorgen, dass alte Verhaltensmuster und „Regeln“ im familiären System aufgegeben und neue erlernt werden. Hierbei geht es darum, Konflikte ohne Wertung zu erkennen, sie zu bearbeiten und schließlich aufzulösen. Dies geschieht, indem der Patient aus Steinen oder Figuren ein Bild seiner Familienkonstellation entwirft. Man kann diese Strategie auch mit echten Menschen praktizieren, jedoch fällt es den meisten schwer, sich neben dem Therapeuten noch weiteren, fremden Menschen zu öffnen. In den sogenannten Familienskulpturen wird schließlich deutlich, wie die sozialen Positionen aus Sicht des Patienten verteilt sind und es werden stereotype Rollen aufgedeckt („Du warst immer der Sündenbock.“, „Ich bin das ungeliebte Kind.“ etc.).

Familiensystemische Therapie kann bei akuten Beziehungsproblemen genauso helfen wie bei lange anhaltenden psychischen Belastungen durch eine ungesunde Elternbeziehung, bei Scheidungskindern sowie in Trennungs- und Ablösungssituationen. Auch bei körperlichen Krankheiten, denen immer auch eine seelische Komponente zugrunde liegt, kann die Therapie Anwendung finden. Ziel der Sitzungen ist es, die Autonomie und den Selbstwert der einzelnen Personen wieder herzustellen und zu achten. Gegenseitiger Zusammenhalt und das Verständnis füreinander werden gestärkt und die Kommunikation wird verbessert.

In einer Mischung aus Gesprächs- und Verhaltenstherapie mit darstellerisch-kreativen Elementen (Familienskulpturen) werden die Konflikte des sozialen Systems „Familie“ deutlich zu Tage gebracht; deutlicher, als dies in einem reinen Gespräch der Fall wäre, in welchem sich unbewusste Persönlichkeitsanteile meist verschließen und es Dinge gibt, die mit Worten nicht ausgedrückt werden können. Die systemische Therapie arbeitet nicht problem-, sondern lösungsorientiert. So wird in der ersten Stunde gemeinsam ein Ziel (oder auch mehrere Ziele) festgelegt, das dann im Laufe der folgenden Sitzungen immer wieder von beiden überprüft wird. Der Therapeut stellt im Laufe einer Sitzung häufig Fragen, welche über die Beziehungen untereinander und über deren „Regeln“ aufklären sollen. So werden schädliche Muster aufgedeckt und bearbeitet. Entscheidend ist die Perspektive, die in der Familiensystemischen Arbeit zum Tragen kommt: Wir sehen Probleme nicht als Krankheiten mit Symptomen, sondern als Rollendefinitionen, die durch ein soziales System gegeben wurden. Daher bezeichnet man diese Form der Therapie auch gerne als Mehrgenerationentherapie.